KultiA e.V. – Kultur im Alsbachtal
Shownotes
Was bedeutet Inklusion eigentlich im Alltag – und warum geht es um viel mehr als Rampen und Barrierefreiheit? In dieser Folge sprechen wir mit Barbara Klingels aus dem Alsbachtal in Oberhausen. Sie arbeitet im Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung und leitet das Projekt „KultiA – Kultur im Alsbachtal“. Ihr Ziel: Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Zugang zu Kultur ermöglichen – und vor allem echte Teilhabe schaffen. Dabei wird schnell klar: Die größten Barrieren sind oft nicht sichtbar. Es geht um Sprache, Zugang, Selbstverständnis – und darum, Menschen nicht über ihre Einschränkungen zu definieren. Stattdessen steht der Mensch im Mittelpunkt. Die Folge zeigt, wie Ehrenamt dabei eine zentrale Rolle spielt: nicht als klassische „Hilfe“, sondern als gemeinsames Erleben. Ob Theater, Lesungen oder Ausstellungen – es geht darum, Kultur zusammen zu entdecken und neue Perspektiven zu eröffnen. Eine Folge über Begegnung, Haltung und die Frage, wie eine wirklich inklusive Gesellschaft aussehen kann.
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen
00:00:03: zum
00:00:04: Podcast BBH SV.
00:00:06: Wofür stehen das?
00:00:08: BBH steht für Bert Brechthaus hier am Saarbrücherplatz und SV steht für Sophia
00:00:15: und Volker.
00:00:17: Herzlich Willkommen!
00:00:20: Wir haben heute eine Gesprächspartnerin vor Ort, Barbara Klingels.
00:00:25: Hast du lustig kurz vorzustellen wo du tätig bist?
00:00:30: Ja,
00:00:31: also ich komme vom VK im Alsbachtal.
00:00:33: Das ist der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte als Bachteil in Oberhausen Stärkrade.
00:00:38: Ich bin Projektleitung von einem Projekt das nennt sich Kultia Kultur und Bildung im Alsbachteil.
00:00:45: Ich vermittel quasi Menschen mit und ohne Behinderungen zur Kultur.
00:00:49: Das war sehr knapp.
00:00:50: Auch
00:00:51: so, als wenn du das könntest... Auf jeden Fall
00:00:54: bin ich gelernt, ne?
00:00:54: Das mache ich öfters.
00:00:56: Irgendwann fertig!
00:00:59: In einem Satz eigentlich alles erklärt glaube ich.
00:01:01: Jetzt müssen wir noch mal von vorne auf räumen also Alsbachtal in Oberhausen aber.
00:01:07: Wir befinden uns im Oberhaus und der Paristiaplatz ist jetzt ziemlich City intern, Marktstraße.
00:01:13: Wo befindet sich das Eistach-Balltal eigentlich genau?
00:01:17: Das leben wir hinten noch schneiden, weil es heißt Alzbach-Tal.
00:01:20: Was hab ich gesagt?
00:01:22: Du bist Oberhausenerin und bin Stärkrader...
00:01:25: ...Albacht!
00:01:26: Und du hast das irgendwie anders.
00:01:28: ...Alzbach Tal!
00:01:29: Genau so heisst es.
00:01:31: Und zwar heißt das Alsbach Teil, weil's tatsächlich ein Alz Bach gibt.
00:01:36: Das ist ein Bach in einem Tal Und deswegen nennt sich dieses Gebiet Alsbachtal und das ist genau in Oberhausen Stärkrade, in Aalsfeld.
00:01:45: Also eigentlich zwischen Oberhausens Stärkerade und Stärkrade Nord.
00:01:49: Genau der Stadtteil wird für mich als Alt-Oberhausenerin eine neue Stadtempfindung
00:01:55: quasi umgefährt.
00:01:57: Weil ich bin auch ursprünglich in Sterkrade geboren und ehrlich gesagt kenne ich mich in Oberhause gar nicht so gut aus!
00:02:04: Ja, ist schon verrückt.
00:02:05: Wir haben letztens das Thema mit der Dörflichkeit hier in Oberhausen.
00:02:08: Das bezieht sich hauptsächlich auf die Stadtteile.
00:02:11: Gesamt-Oberhausen ist anhand der Einwohnerzahl eine Großstadt.
00:02:16: definiert.
00:02:16: Aber wir insgesamt dann, also die Magstrasse hat oft nicht so viel mit Stärkerade zu tun.
00:02:23: Das liegt auch an der A-Fünfhundertsechzehn.
00:02:25: Also das ist getrennt oder manche sagen auch am Rheinherne Kanal weil dem muss man nämlich überqueren um nach Oberhausen zu kommen.
00:02:35: tatsächlich war es so wenn ich früher wohne jetzt nicht mehr in Stärkrade aber als ich in Sterkrade gewohnt und aufgewachsen bin war es tatsächlich so dass wir nie gesagt haben wir gehen in die Stadt.
00:02:43: Das hieß nämlich in die Stärkrader Innenstadt.
00:02:46: Sondern wenn wir wirklich nach Oberhausen in die Innenstadt fuhren, dann hieß es, wir fahren nach Oberhause.
00:02:52: Verrückt oder?
00:02:53: Ja!
00:02:54: Aber Stärkrader
00:02:55: hatte auch alles und als Betreffer bingte ich halt immer noch eher mit dem Freibad.
00:03:01: Genau.
00:03:01: Die Einrichtung ist auch direkt daneben gewesen beziehungsweise das Schwimmbad war direkt danebend.
00:03:06: Das ist ja abgerissen worden.
00:03:09: Für uns war es schon positiv weil Schwierigkeiten, also der Kindergarten ist da immer noch mittlerweile inklusiver für Familienzentrum.
00:03:19: Dass wir da immer das Problem hatten dass die uns da vollgeparkt haben und ja... nicht Verständnis hatten, dass jetzt Busse rausfahren mussten und wenn Platz in der Schlange verteidigt wurde bis aufs Blut.
00:03:31: Es war ein bisschen übertrieben aber es war immer schon ein bisschen anstrengend, sagen wir mal so.
00:03:37: Grundsätzlich was total toll weil wir durften damit unseren Kindern einfach rüber gehen zum Schwimmen.
00:03:42: Da gab's ja immer so einen Plantspeckenbereich.
00:03:44: das war immer super.
00:03:44: dann konnten wir einfach das Essen was dann im Kindergarten zubereitet wurde einfach ruber holen und dort den ganzen Tag im Sommer verbringen.
00:03:52: Das war eigentlich ganz schön.
00:03:54: Aber das kennen die meisten, dass schwimmbad.
00:03:56: D.h.,
00:03:57: die Einrichtung gibt es schon länger?
00:03:59: Tatsächlich seit letztem Jahr, äh, sechszig Jahre.
00:04:01: Wir hatten ein sechzigjähriges Jubiläum.
00:04:04: Wie hat das angefangen?
00:04:05: Der Verein, oh!
00:04:06: Ja der Verein wurde gegründet von Eltern und Kindern mit Behinderungen, die gesagt haben damals war das noch nicht so... Ja, es gab schon eine allgemeine Schulpflicht.
00:04:17: Aber Kinder mit Behinderung konnten ausgeschult werden.
00:04:21: Also das heißt, wenn sie den normalen Lernstoff in einer Regelgrundschule nicht mithalten konnten, dann wurden die ausgeschuldet.
00:04:28: Das heißt, sie blieben zu Hause und hatten keine Förderung.
00:04:31: Und da haben natürlich Eltern gesagt, das geht gar nicht!
00:04:35: Wir möchten uns gerne treffen und das haben die auch gemacht.
00:04:37: Erst an der Hasenstraße im Raum haben sich regelmäßig getroffen Mitarbeiterin im Alsbachtal, eine Physiotherapeutin gewesen.
00:04:46: Weil die gesagt haben unsere Kinder brauchen Therapie, Physiotherapie und damals noch kranke Gymnastik.
00:04:52: Und ja dann irgendwann war es so dass der Verein immer größer wurde und dann gab's in Oberhausen eine Stadtrand-Erholung das ich sag mal so ein bisschen böse das waren super Schuppen und diese Schuppe wurden dann quasi für die Stadtrand Erholung genutzt.
00:05:07: und dann hatte ich statt oberhausen dem Verein zur Verfügung gestellt beziehungsweise konnte der Verein dann diese Gebäude kaufen und hat dann tatsächlich eine Kleinstschule da eingerichtet mit zwei Klassenräumen, mit zwei kleinen Klassen.
00:05:20: Wo Kinder mit Behinderungen beschult wurden, egal ob sie ausgeschult waren oder nicht.
00:05:26: Und dann ist es natürlich so.
00:05:27: gewiss ich glaube ein paar Jahre später kam die allgemeine Schulpflicht dass auch Kinder mit einer Behinderung zur Schule gehen dürfen.
00:05:33: Und dann kamen die sogenannten Förderschulen, damals noch Sonderschulen.
00:05:38: In Duisburg wurde dann die Christi Braunschule gebaut und dann mussten diese zwei Kleinklassen geschlossen werden.
00:05:44: Dann wurde der Kindergarten gebaut.
00:05:46: Das war quasi die erste ... Die ersten Einrichtungen.
00:05:50: Mittlerweile gibt es auch ganz viele, also wir haben jetzt eine besondere Wohnformen die aber auch in WGs mittlerweile zusammen wohnen, also nicht mehr in großen Gruppen sondern wirklich in kleineren Wohngemeinschaften.
00:06:01: dann haben wir halt das inklusive Familienzentrum mit Waldgruppe weil wir ja den Vorteil haben direkt am Wald zu sein.
00:06:08: Dann haben wir eine Frühförderung, wir haben betreutes Wohnen.
00:06:12: Wir haben Solo und so nennt sich das selbstbestimmtes Wohnen.
00:06:16: also bei uns wohnen auch Menschen mit hohen Unterstützungsbedarf in kleinen WGs wo die vierundzwanzig Stunden betreut sind und trotzdem aber in ihrer eigenen Wohnung wohn können weil wir mehrere Häuser gebaut haben Quartier im Matlabusch wo auch viele Menschen mit- und ohneheberien Behinderungen zusammenwohnen.
00:06:33: Aber der Fokus ist halt auch auf mensch mit hohem Unterstützung bedarf Und die werden dann auch vierundzwanzig Stunden betreut.
00:06:42: Natürlich gibt es auch, dass mein Projekt Kultiakultur und Bildung im Altsbachtal.
00:06:47: aber es gibt auch Arbeit.
00:06:49: Wir unterstützen auch Menschen um auf den ersten Arbeitsmarkt zu kommen.
00:06:54: solche Sachen machen wir.
00:06:55: Aber ja habe ich irgendwas vergessen?
00:06:58: Ich überlege gerade... Ja, genau.
00:07:02: Eins hab ich auch noch vergessen die früher Begleitung.
00:07:05: Wir gehen auf Wöchnerin-Stationen im Armeos Krankenhaus und auch im EKO und bieten unsere Unterstützung an.
00:07:12: Das heißt wenn Familien ein Kind mit Behinderung zur Welt gebracht haben, stehen sie meistens erst mal ohne alles da, wir wissen gar nicht was auf sie zukommt bieten wir Beratung, Unterstützung und Begleitung an.
00:07:26: Aber auch heilpädagogische Familienhilfe wenn es mal schwierig wird dass man da Unterstützung bekommen kann und solche Sachen halt ja und mein Projekt.
00:07:36: das muss ich jetzt auch noch erklären.
00:07:38: Ich frage erst nochmal
00:07:41: wie ein kleines Dorf was ihr da habt.
00:07:44: Die Häuser sind ein bisschen verteilt, also eher so im Stärkrader Norden.
00:07:47: Das ist richtig.
00:07:48: Also Matlabusch kennt wahrscheinlich jeder vom Revierpark.
00:07:51: Das es direkt daneben.
00:07:52: das ist so ein Quartier eins ist eine Lübeckerstraße Ein Wohnhaus und natürlich wohnen Menschen mit Behinderung auch einfach irgendwo in Oberhausen die natürlich von uns auch über Assistenzkräfte unterstützt werden Und eigentlich ist es noch ein bisschen ein Dorf, obwohl das immer größer wird.
00:08:10: Aber eins hab ich auch noch vergessen was total wichtig ist wir haben auch einen Reiterhof am Matlabusch.
00:08:15: also da gibt's dann auch inklusive Reittherapie aber auch Reittherapie darf ich gar nicht sagen d.h.
00:08:22: heilpädagogische Förderung mit dem Pferd und aber auch gibts da einfach Reitstunden oder Reitgruppen die Reiten lernen möchten die dann natürlich auch inklusiv sind.
00:08:34: Ich würde noch mal von vorne ein bisschen aufräumen, das Wort Inklusivität.
00:08:42: Um jetzt politisch korrekt zu sein darf man tatsächlich aber auch einfach Behinderungen sagen oder Beeinträchtigungen.
00:08:50: inwiefern sind Menschen... beeinträchtigt.
00:08:55: Ich glaube fast jeder!
00:08:56: Ja,
00:08:57: genau weil ich habe nämlich auch wenn ich einen Handicap denke Migraine mit Aura.
00:09:01: es tut mir leid ist es kein...ich hab keinen Schein oder irgendwas aber es ist für ein Moment im Alltag ein Handicab im Straßenverkehr teilnehmen zu können.
00:09:11: Deswegen was bedeuten Menschen mit Behinderung?
00:09:15: Welche Menschen habt ihr hauptsächlich?
00:09:18: Oder gehe ich noch mal vorher rein.
00:09:20: Wie wichtig ist ein Worthing?
00:09:22: Also was sag' ich, sind das Menschen mit Behinderung?
00:09:25: Sind es Menschen mit Beeinträchtigung?
00:09:27: inwieweit hat sich auch so eine Begrifflichkeit geändert über die Jahre?
00:09:34: und was sagt das über die Gesellschaft aus?
00:09:36: Dass man dann viele Fragen
00:09:39: nimmt.
00:09:39: Ich fange mal von vorne an also ich bete für meine ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterin eine Kniegewerkstatt an.
00:09:47: Das heißt, tatsächlich hat die Kniegegesellschaft sich mal hingesetzt und gesagt, wie gehe ich damit mit Behinderung um?
00:09:55: Und ihr wisst ja der Knieger.
00:09:56: Der hat nicht nur wie esse ich vernünftig am Tisch sondern eigentlich hatte ein Buch geschrieben.
00:10:03: da geht es um den Umgang mit Menschen.
00:10:05: Unter anderem hat dann diese Kniegegesellschaft gesagt okay es gibt so zehn Regeln-Tipps.
00:10:11: Wie mache ich etwas?
00:10:12: und das ist der letzte Tipp den kann ich immer noch sagen heißt Behinderung ist nur ein Merkmal.
00:10:19: Punkt, fertig!
00:10:21: Die Frage beantwortet?
00:10:22: Nein also ich ... Du werd das jetzt noch mal ausführen.
00:10:25: und zwar finde ich es gibt so auch so einen Cartoon.
00:10:28: da kommt auch eine Frau zu zwei Menschen die im Rollstuhl sitzen und ja einer ist glaublich blind der hat nur Stock in der Hand und ne Sonnenbrille auf und die sagt dann zu den Mensch wo wie nennt ihr euch denn jetzt?
00:10:38: Menschen mit Behinderungen oder behinderte Menschen?
00:10:42: und die beiden sagen Ja Ich bin die Petra und der andere sagt ich bin der Klaus.
00:10:46: Ja, darum geht's eigentlich.
00:10:47: Also ich glaube das ist korrekte Bezeichnungen... also ich sage immer wenn ich von Menschen mit Behinderung spreche und ich meine diese Zielgruppe, ich meine die Gruppe von Menschen dann kann ich das tun.
00:11:00: alles andere sind für mich Menschen Und die Behindering ist nur ein Merkmal.
00:11:04: Ich sag ja auch nicht, ich rede jetzt mit dem Volker und zwar sage ich, ich redete mit dem Völker und ich sage Nicht!
00:11:11: Ich rede mit dem Brillenträger.
00:11:13: Ich hab' das mal so gelernt dass praktisch jeder Mensch beeinträchtigt ist.
00:11:17: Also ich habe eine Brille mittlerweile oder manchmal brauche ich Hilfswerkzeuge, um berg hochzukommen und irgendwie.
00:11:27: also jeder Mensch geht ja irgendwie mit Hilfsmitteln um und das ist dann eher so eine Beeinträchigung als jetzt eine Behinderung.
00:11:35: Habt ihr eine Behnderung?
00:11:36: Es gibt natürlich auch Menschen die sagen mich behindert etwas deswegen ich bin gar nicht der Mensch Behinderungen sondern mich Behindert etwas und zwar die Gesellschaft barrieren Und so weiter.
00:11:46: Also ich finde, das muss jeder immer für sich selber auch klären und sagen okay wenn nicht mit jedem Menschen zu tun habe die haben eine Behinderung dann haben sie einer.
00:11:54: aber eigentlich geht es mir um den Menschen und nicht um die Behinderungen.
00:11:58: Die spielt also vor allem in meinem Arbeitsfeld keine Rolle ob Sie jetzt eine Behnderung haben oder nicht bei mir können alle mitmachen.
00:12:08: Das habe ich auch mit Zivilings gelernt.
00:12:10: Also es gibt lustige Menschen oder es gibt weniger lustiger Menschen, mit Humor- oder Unohumor und dann ist auch egal gewesen ob die Menschen im Rollstuhl saßen oder zivilins gemacht haben.
00:12:22: also Es geht um Charaktereigenschaften eher
00:12:25: als um ... Man spricht ja auch keine Menschen von den blonden Menschen oder von den, keine Ahnung.
00:12:31: Eins Fünfzig großen Menschen?
00:12:33: Das ist ja immer diskriminierend wenn man immer auch grade Größe zum Beispiel viele die vielleicht nur eins fünfzig sind damit ein Problem damit.
00:12:40: und fange ich an da drüber zu reden.
00:12:43: Nee mach' ich nicht sondern ich versuche dem Menschen kennenzulernen und nicht du bist die Kleine erzähl mir mal was das für dich ausmacht so dass es macht doch kein Mensch.
00:12:51: So ist das auch.
00:12:52: Also ich finde, die Menschen können es selber für sich beantworten wie ich den genannt werde.
00:12:57: Wenn ich von der Gruppe spreche dann sind das Menschen mit Behinderung und dann sind nicht die Behinderten weil das ist ja wieder diskriminierend aber die Menschen mit Behinderungen.
00:13:06: also ich bin die Frau mit Brelle oder die Frau mitten dunklen Haaren oder keine Ahnung was mehr noch einfallen könnte
00:13:13: oder die Frau, der jenst fünfzig groß ist.
00:13:15: Sag ich mal ... Bedarf ja dann vielleicht einen anderen Hilfsmittel im Alltag?
00:13:21: Wenn ich jetzt nur ein fünfzig Groß bin, bin ich im Endeffekt zu klein für herkömmliche Hängeschränke in der Küche.
00:13:27: Dann brauche ich einen kleinen Tritt.
00:13:29: Das ist ja schon ... sag ich mal das ist ja das Hilfmittel um diese Einträchtigung umgehen zu können.
00:13:36: Wenn ich an Räustuhl fahre und denke, habe ich zumindest schon mal ein großes Auto im Hinterkopf vielleicht andere Transportmittel brauche.
00:13:47: Das heißt ja nicht, dass das irgendwie immer etwas Schlechtes ist sondern man muss nur einfach anders drumherum planen glaube ich oder?
00:13:53: Also Menschen mit Behinderung müssen immer planen.
00:13:55: Das haben wir letztens bei unserem Podcast tatsächlich so festgestellt, dass ... Wir haben darüber nachgedacht wie wir selbst bestimmt leben können und da haben wir einfach mal gesagt Wie ist es denn wenn wir einen Ticket kaufen?
00:14:05: Bei irgendeinem Konzert oder so.
00:14:07: Und dann muss man ja dahinkommen, da muss man angezogen werden
00:14:10: usw.,
00:14:11: das machen sich viele Menschen gar keine Gedanken drüber.
00:14:15: aber es ist so, dass ein Mensch mit Behinderung immer das organisieren muss und zwar mehr als andere Also angefangen, dass man nicht selber sich einfach eine Jacke anziehen kann.
00:14:25: Da muss ich jemanden haben der mir die Jacke ansieht damit ich überhaupt zu dem Konzert gehen kann.
00:14:30: und da ist es nicht die Barriere das ich da vielleicht nicht hinkomme sondern da fängt schon an, dass ich die Jackel anziehen muss.
00:14:36: Und das ist so, dass wir als Peergruppe also ich begleite auch eine Peer Gruppe von Menschen mit oder ohne Behinderung Das wird auch aufmerksam machen weil viele in dieser Situation nicht sind und das auch nicht kennen.
00:14:49: Versuchen wir darüber zu sprechen, dass es auch wichtig ist.
00:14:52: Wenn ich irgendwo hin will muss ich mal eine Jacke anziehen.
00:14:55: Sonst geht das nicht und da brauche ich jemanden für weil ich's nicht alleine kann.
00:14:59: Das wäre mich ein Hilfsmittel die Assistenz.
00:15:02: Eigentlich brauchen wir ja auch eine Jackel, die wir dann einziehen.
00:15:05: Die müssen wir auch planen.
00:15:06: Vielleicht ist das nur ein bisschen anders selbstverständlich, dass wir dafür jetzt keine zweite Person bräuchten.
00:15:12: Hauptsächlich ist das deine Aufgabe dann dort bei Kultia.
00:15:17: Das ist unterschiedlich.
00:15:18: Durch Corona, ich habe tatsächlich im Jahr zwei Tausend neunzehn mit diesem Projekt begonnen und dann kam ja Corona und da musste ich mir überlegen was mache ich jetzt?
00:15:26: Weil es gab keine Kulturveranstaltungen und da habe ich überlegt wir machen einfach eine eigene quasi noch in der Einrichtung weil man konnte raus Und das hat sich ein bisschen verselbstständig.
00:15:37: Jetzt gehen wir raus und machen mit, also ich mache mit anderen Menschen zusammen Lesungen.
00:15:42: Wir lesen ganze Bücher vor in einfacher Sprache zum Beispiel.
00:15:46: oder wir haben eine Führung im, in der Ludwig-Galerie gemacht und gemeinsam haben wir da die Udo Lindenbergführung in einfache Sprache gemacht.
00:15:55: Also mittlerweile ist es nicht mehr so dass wir nur in der Einrichtung eigentlich gar nicht, ich mach nichts.
00:16:02: Wir gucken, was ist möglich.
00:16:05: Wir suchen Veranstaltungen und wir machen auch ganz viel Barriere-Check.
00:16:10: also wir gucken was sind denn die Zugänge?
00:16:12: wie komme ich denn überhaupt dahin?
00:16:15: Was erwartet mich wenn ich ins Theater gehe oder wenn ich in die Arena gehe?
00:16:20: Was muss ich da machen?
00:16:22: Wer kann mit sich mich da unterstützen?
00:16:24: Also da sind wir auch ganz viele mit den Kultureinrichtungen in den Austausch.
00:16:27: Es gibt ja auch das Netzwerk hier in Oberhausen inklusive Kulturleben.
00:16:31: in Oberhause fördert haben wir da Kontakt und gucken dann auch gemeinsam, wie wir da ja auch hinkommen.
00:16:38: Also die Zugänge sind ganz wichtig.
00:16:39: das versuche ich eigentlich herauszufinden, wie das am besten geht und dann auch einfach ausprobieren.
00:16:45: Und dafür brauche ich natürlich auch Ehrenamtliche, die mitgehen.
00:16:47: Weil das ist mir nämlich auch noch mal wichtig.
00:16:49: Unsere Ehrenantlichen sind Teilnehmensassistenz.
00:16:52: also sie sind keine Menschen, die jetzt nur dafür sorgen dass der Mensch geschoben wird im Rollstuhl oder dass er keine Ahnung irgendwas zu trinken bekommt sondern eigentlich soll das Erlebnis gemeinsam erlebt werden und dass man dann Ich sag mal, wenn man mit Freunden geht auch mal seine Freunde unterstützt.
00:17:10: So sollen das eigentlich die Ehrenamtlichen machen, dass sie auch Mitmachen und Lust haben ins Theater zu gehen und da auch wirklich ja das Stück genießen können wollen und nicht als Assistenz, die jetzt irgendwas machen kann.
00:17:23: Also das ist der Unterschied zu den beruflichen Menschen, die das gelernt haben, die quasi für Geld kriegen und die ehrenamtlich sollen das einfach mit denen gemeinsam machen.
00:17:33: deswegen teilnehmende Assistenzen Die sind mit Teilnehmern und Teilnehmenden.
00:17:38: War das früher im Zivilinzzeitalter anders?
00:17:43: Anders, wie meinst du anders?
00:17:45: Ja weil das ja schon auch beruflich organisiert ist.
00:17:49: Es gab so eine Regelmäßigkeit also man hat vier oder fünf Zivilinskleisten die sind gekommen.
00:17:54: jetzt müsst ihr das alles immer selber organisieren oder?
00:17:58: Es gibt ja noch das Bufdier.
00:18:00: wir haben natürlich noch Bundesfreiwilligendienst.
00:18:04: Die kommen immer gerne.
00:18:05: Die kommen meistens in Kindergärten, in den Kindergarten und auch am Hof also an dem Pferdehof.
00:18:11: da machen die meistens mit.
00:18:14: Ja, sie haben Aufgaben.
00:18:15: Das sind schon junge Menschen, die bestimmte Aufgaben machen müssen das ist schon eher Mitarbeiter, Mitarbeiterin.
00:18:25: Wie viele Menschen leben bei euch?
00:18:27: Und wie viel Menschen arbeiten bei euch?
00:18:29: ?
00:18:29: Oh!
00:18:29: Das weiß ich nicht auswendig glaube wir Arbeiten sind es ungefähr an die zweihundert Ungefähr, weil wir haben auch viele Teilzeitkräfte.
00:18:37: Weil ja gerade so Bewu-Dienste sind natürlich nicht acht Stunden hintereinander sondern da werden bestimmte Menschen betreut nur für eine Stunde zwei drei vier je nachdem und ungefähr zwar.
00:18:49: aber wie viele Menschen wir betreuen weiß ich nicht kann ich ehrlich gesagt nicht sagen Sieh nicht auswendig.
00:18:54: Wenn ich mir jetzt nur so ein Theaterabend vielleicht vorstellen darf, wie viele Leute kommen damit?
00:19:01: Die als Begleitpersonen kommen und ... Eigentlich
00:19:03: ist es immer eins zu eins.
00:19:05: also man geht als Tandem ja manchmal sind's auch zu dritt je nachdem wie man auch befreundet sind.
00:19:11: das gibt natürlich auch Freunde die zusammen mal gehen wollen und dann kommt einer mit.
00:19:14: dass ist ganz unterschiedlich.
00:19:16: aber Ich mache keine Gruppenausflüge krieg ich immer eine Gänze haut.
00:19:21: Also, weil ich würde ja auch nicht sagen ... Ich mach jetzt einen Ausflug.
00:19:26: Weil ich jetzt ins Theater gehe.
00:19:27: Nee!
00:19:29: Jeder Mensch sagt, ich gehe ins Theater und kein Ausflugs.
00:19:33: Also ich sag das deshalb so, weil es ist immer so üblich zu sagen wir machen jetzt einen ausflug.
00:19:40: Nein, wir gehen jetzt Theater nicht.
00:19:42: Also man kann ja einen Ausflug machen.
00:19:43: Man macht meistens sonntags ein Ausflugh oder fährt irgendwo hin als Ausflugg aber wir machen keinen Gruppenausflug auf gar kein Fall.
00:19:51: Das ist genau das was das Projekt gerne möchte dass man im wirklich gemeinsamen Kultur genießen kann und mit noch zehn anderen.
00:20:02: Meistens ist es nicht so, dass man dann genießt vielleicht auf den Karnevalszug da ist das cool zu zehn zu gehen nicht ins Theater, da geht man... also wir gehen auch mal.
00:20:11: Wir haben ja noch diesen Kultisch gegründet.
00:20:13: Also das heißt im Netzwerk an der Lothringer Straße treffen wir uns alle so ungefähr sechs Wochen.
00:20:18: Da erkundigen wir das Kulturleben in Oberhausen und da probieren wir auch was aus.
00:20:24: dann sind wir auch schonmal zu sechst und versuchen das mal alles so rauszuprobieren wie dass hier so in Oberhause ist.
00:20:31: aber grundsätzlich machen wir keine Ausflügel dahin wirklich wenig drei vier fünf Je nachdem.
00:20:39: Ist ja schon überschaubar, hört sich dann eigentlich wie ein ganz normaler Abend einfach an.
00:20:43: Darum geht's?
00:20:43: Genau weil ich dachte jetzt nämlich auch an so eine Gruppenvereinstellung also nicht unbedingt dass es einen Ausflug sei wie wenn ich jetzt den Kettner Hof fahren würde zum Beispiel da die Stunden begrenzt sind für einen ganz normalen einfach Donnerstagabend wahrscheinlich.
00:20:58: aber ich dachte hier jetzt schon dadurch hat dann jeder ne Begleitperson.
00:21:01: mitbringend sind fünf behinderte Menschen vielleicht plus deren Begleitpersonen.
00:21:09: Die Zahl leppert sich ja einfach.
00:21:11: Sie sind sogar manchmal so, dass nur zwei geben weil zwei jetzt Lust haben dieses Theater Stück zu gucken dann sind es nur zwei.
00:21:20: hatten wir auch schon
00:21:22: Hätte ich nicht gedacht, jetzt tatsächlich.
00:21:24: Ich gehe sehr naiv an die Sache ran.
00:21:26: Deswegen
00:21:26: nenne ich das ja mit diesem Ausflug so?
00:21:28: Weil man stellt sich vor, Menschen wohnen in einem Wohnheim ... Ich nenn das mal so, es heißt besondere Wohnform.
00:21:36: In einem Wohnheim gibt's eine Gruppe und diese Gruppe macht einen Ausflughund geht ins Theater!
00:21:42: Das ist ironisch gemeint.
00:21:44: Es hat voll die Legitimation das zu tun.
00:21:48: aber mein Projekt ist genau was anderes.
00:21:51: Da geht es nicht darum, die Freizeit zu gestalten.
00:21:56: Das ist natürlich auch Aufgabe einer besonderen Wohnform der Mitarbeiter und der Menschen, die da wohnen.
00:22:02: Aber das Projekt geht dann noch mal einen anderen Schritt.
00:22:05: Ich bin nicht zuständig für die Freizaltgestaltung sondern ich bin zuständig zur Kultur.
00:22:10: Wie kann ich Kultur kennenlernen?
00:22:14: Was gibt es alles?
00:22:15: Wir sind die Zugänge um das herauszufinden und gemeinsam auszuprobieren.
00:22:19: Du suchst eigentlich nur das Normale.
00:22:22: Also was ich ja auch machen muss... Ja, nein!
00:22:24: Ich muss mir ja auch überlegen, fahre ich mit dem Fahrrad zum Theater?
00:22:27: Da kann ich vielleicht nicht die Jacke anziehen oder so.
00:22:30: Es gibt ja einfach Schritte, die normal sind und bei dir klingt das alles sehr
00:22:34: normal.".
00:22:35: Was ist denn schon
00:22:35: normal?!
00:22:37: Danke mal für wieder diskutieren.
00:22:39: Aber es ist definitiv so dass doch genau das was alle anderen machen würden sollen auch Menschen mit Behinderung so machen.
00:22:47: Unaufgeregt
00:22:48: Genau, unaufgeregt.
00:22:51: Ja man kann immer Gründe finden etwas nicht zu tun im Leben oder rauszufinden sozusagen was muss ich machen damit etwas geht?
00:23:01: also das aber bist du dann so ein Mangelsucher?
00:23:07: Nein
00:23:10: jemand der bei Jeren überwinden will Also du hast ja viel mit sozusagen, das geht nicht.
00:23:19: Das geht nicht oder das funktioniert nicht und das stellt ihr im Alltagsleben fest und damit versuchst Du Lösungen selber zu finden?
00:23:29: Mit anderen zusammen in Netzwerken?
00:23:32: Ja also meistens mach ich das gar nichts sondern ich begleite da die Menschen, sie machen das.
00:23:37: Sie gucken für sich selber weil sie natürlich Experten in ihrer eigene Sache sind.
00:23:42: Die können das viel besser als ich Und deswegen machen die das meistens.
00:23:46: Und sagen wir mal, das ist aber blöd!
00:23:47: Ich brauche aber das und das... Also was weiß ich zum Beispiel?
00:23:51: Das ganz blödes Beispiel wenn im Zentrum wieder einmal der Aufzug an der Trasse kaputt ist.
00:23:59: Dann ist es für die Menschen mit Behinderung ganz schwierig weil sie im Rollstuhl sitzen.
00:24:04: Die kommen dann nicht runter Und dann müssen so gucken, dass sie irgendwo woanders hinkommen oder eine weiterfahren und wieder zurückfahren.
00:24:12: Aber meistens sind beide Aufzüge kaputt.
00:24:13: Dann kann man nicht ins Hentro gehen.
00:24:16: Ja ... aber das wissen die Menschen im Rollstuhl am besten.
00:24:20: Nicht ich?
00:24:21: Ich weiß das nie!
00:24:22: Ich begleite da nur hin.
00:24:23: Und ich mach immer aufmerksam.
00:24:25: Du machst möglich?
00:24:26: Mhm.
00:24:27: Auf jeden Fall.
00:24:29: Also muss ich sagen, die Piergruppe hat auch eine Ausbildung genossen als Barrierechecker.
00:24:34: Die sind ja auch wirklich Experten.
00:24:36: Sie wissen auch, andere Behinderungen da mit reinzubringen.
00:24:40: Also diese vielleicht nicht selbst betreffen.
00:24:43: Mittlerweile können die das alles?
00:24:45: Ich merke halt hier für's Bettbrechthaus ähnliche so eine Entwicklung.
00:24:51: also dass ich hier reingehe und denke ebenerdig dann sind wir ja behindertengerecht.
00:24:57: Rollstuhlgerecht!
00:24:59: Genau, also dass so ein Prozess auch bei einem selber dann anfängt Sachen zu checken.
00:25:04: Also wo kann man sich orientieren?
00:25:07: Was braucht es eigentlich?
00:25:08: Braucht das Pfeile auf dem Boden für Menschen die nicht so gut sehen können?
00:25:15: oder meine Haltung hier war wie ist ja alles in Ordnung.
00:25:19: und wenn man aber genauer hinguckt
00:25:21: Ja ich sag mal so Wenn ein Mensch da eine Behinderung hat hierher kommt dann ist ja schon der erste Schritt quasi schon passiert.
00:25:31: Und da scheitert das ja schon dran, also viele Menschen mit Lernschwierigkeiten können eure Programme nicht lesen?
00:25:38: Die verstehen die gar nicht weil die Programme viel zu ausführlich beschrieben sind und es ist keine einfache Sprache Es ist schwere Sprache und viele Leute mit Lernschwierigkeiten verstehen das gar nicht und gucken sich das auch gar nicht an weil sie wissen okay so ein dickes Buch Da weiß ich sofort, das funktioniert gar nicht.
00:25:57: Das heißt sie kommen erst gar nicht hierhin.
00:25:59: Dann kannst du toll rollstuhlgerecht sein aber es wird gar keiner kommen weil derjenige gar nicht weiß was es hier so gibt und dafür bauchest Menschen die gemeinsam guckt immer.
00:26:12: was können wir denn hier machen?
00:26:14: also deswegen ja auch dieser Engelschurs in einfacher Sprache damit Menschen mit Beeinträchtigung, mit Lernführigkeiten auch die Möglichkeit haben Englisch zu lernen auf ihrer Art und Weise.
00:26:28: Das gibt es jetzt nicht hier neu bei der VHS, oder?
00:26:31: Das haben wir ganz am Anfang angefangen.
00:26:34: Wir proben viel, also wir sind auch schon ein bisschen gescheitert zwischendurch und haben dann noch mal Neues ausprobiert.
00:26:41: Und ja, und haben festgestellt, Menschen haben sich auch Menschen ohne Behinderung angemeldet.
00:26:46: was machen man jetzt?
00:26:48: Dann sind das eben die teilnehmenden Assistenten, die einfach mitmachen!
00:26:52: So kann ja nur auch ein VHS-Kurs gut gestaltet sein.
00:26:58: Das macht schon Spaß.
00:26:59: Das klingt nach einem großen Pragmatismus, den du
00:27:03: an
00:27:03: dem Tag legst.
00:27:05: Den braucht man auf jeden Fall und manchmal kommen ja auch unvorhergesehene Sachen.
00:27:09: Man kann ja nicht immer alles vorher schon wissen was passieren kann.
00:27:13: Also ich sag nur zum Beispiel haben wir ein letztes Jahr ein tolles Theater festgehalten inklusive es wo Menschen mit Beeinträchtigung mit Behinderung, ja mal hinter die Kulissen auch gucken konnten und unter anderem haben auch zwei Gruppen eine kleine Aufführung gemacht.
00:27:30: Unsere Tanztheatergruppe, wir haben so eine inklusive Tanztheatragruppe, die dann das Thema Barriere dargestellt hat und dafür braucht eine Frau, die im Rollstuhl sitzt in einem E-Roll Stuhl quasi ein aufgeladenen E-roll Stuhll und sie kam zu diesem Fest und der war nicht aufgeladene.
00:27:49: da muss man ganz praktisch Tisch damit umgehen, was machen wir jetzt?
00:27:53: Damit quasi der E-Rollstuhl zum Auftritt auch noch voll ist und auch noch funktioniert.
00:27:58: Und ja weil sie kann halt nicht alleine diesen schieben das geht natürlich nicht.
00:28:04: So ein E-rolli kann man nicht einfach so ja vorschieben.
00:28:08: Das kenne ich nur von meiner
00:28:09: Kamera
00:28:10: wenn ich da vergessen habe Akku aufzuladen.
00:28:13: also das ist jetzt nicht so.
00:28:16: woher nimmst du deine Motivation?
00:28:19: Ich weiß nicht macht es einfach gerne.
00:28:21: Das macht einfach Spaß etwas Neues zu machen, etwas neues auszuprobieren.
00:28:26: Also manchmal macht es auch Spaß den Menschen zum Staunen zu bringen.
00:28:30: Das ist auch schön.
00:28:31: also das muss ich sagen oder... Einfach Menschen zu sehen die an einer Veranstaltung viel Spaß haben?
00:28:38: Oder einfach sagen Moment dann hab' ich ja noch nie drüber nachgedacht!
00:28:41: Wir haben mal ein Foto Workshop gemacht und das ist so etwas, was mir so im Gedächtnis geblieben hat.
00:28:47: Und da haben wir natürlich gefragt und wie hat er es gefallen?
00:28:49: Und dann hat ein Mann im Rollstuhl gesagt also wir haben draußen die Natur fotografiert und haben natürlich auch Nahaufnahmen gemacht.
00:28:58: und dann hat er gesagt ich habe meine Umwelt in einer anderen Perspektive gesehen Und das sind doch tolle Erlebnisse, wenn jemand sowas sagt.
00:29:08: Noch so ein Workshop oder eine Frau hat gesagt, wann nachdem sie die Lesungen mit uns zusammen immer durchgeführt hat ... Ich bin da nicht meine Behinderung!
00:29:17: Ich bin derjenige, der lesen vorliest.
00:29:21: und dass ich keine Behinderungen habe, das spielt keine Rolle.
00:29:25: Das sind tolle Momente.
00:29:29: Da kann man schon süchtig werden.
00:29:32: Wann bist du persönlich aktiv?
00:29:36: Tatsächlich kenne ich den Sonderkindergarten als Bachtal schon aus der Jahre.
00:29:42: Ich habe eine Ausbildung als Erzieherin gemacht, da habe ich ein Praktikum in diesem Kindergarten gemacht und bin dann auch nachher als Erzieherin noch zwei oder drei Jahre gearbeitet in den Gruppen und habe dann studiert.
00:29:53: Ich hab halt Pädagogik studiert und bin danach als Kindergatenleitung zurückgekehrt.
00:29:58: Das war in dem Jahr und seit neunundneunzig bin ich jetzt ja ... durchgehend im Eisbachtal.
00:30:04: Ich habe zwanzig Jahre den Kindergarten geleitet und jetzt darf ich dieses tolle Projekt
00:30:09: machen.".
00:30:10: Also Ehrenamt wird die Grundsätzlich auch gerne gestützt, durch gelernte MitarbeiterInnen sag' ich... Gerade sagtest du, die Begleitpersonen sollen nicht wirklich wie Assistenten wirken.
00:30:25: Ich denke mir, wenn man gelernt ist und das als Beruf sieht hat man ja auch irgendwann einen Feierabend.
00:30:30: Man hat ein Lehrplan, man hat ein festes Raster, wie ich mit Menschen umzugehen habe.
00:30:37: Das ist wahrscheinlich genau das was ihr gar nicht haben wollt sind dann dass es eher diese Alltagsbegleitung sind.
00:30:42: Gibt's da schon großen Unterschied zwischen denen die das freiwillig machen oder die den Arbeitsvertrag im Nacken haben?
00:30:49: Der Unterschied ist meistens, ich werd dann immer gefragt, bis wann geht das denn?
00:30:53: Dann sag' ich mal weiß ich nicht.
00:30:54: Wenn es zu Ende ist... Also die Mitarbeiter fragen sofort wie lange geht dass denn?
00:30:58: Ist ja auch vollkommen legitim!
00:31:00: Aber ein Ehrenamtlicher der sagt höchstens wenn man sich muss und dann und dann gehen weil da mein Bus kommt.
00:31:05: Ja aber eigentlich ist das Ende offen egal ob wir einen Kaffee trinken machen oder ob wir irgendwo hingehen also und sagen danach oh das war so schön wir gehen jetzt noch irgendwo ein Bierchen trinken.
00:31:15: Da ist das Ende offen.
00:31:18: Ehrenamtliche kann da natürlich sagen, ja ich geh mit oder nicht.
00:31:22: Das ist schon der Unterschied.
00:31:23: aber ich kann nicht sagen dass der eine das besser oder schlechter oder professioneller macht oder so.
00:31:28: also jeder macht das so glaube ich wie er das kann und nicht wie es muss.
00:31:35: Also deswegen mache ich ja diese Kniegewerkstatt.
00:31:37: Da geht's auch nochmal um Haltung.
00:31:38: das ist mir auch noch mal ganz wichtig.
00:31:40: also man muss schon die richtige Haltung haben oder was heißt die Richtige?
00:31:44: Schon einer Haltung habe dass man den Menschen so auch nimmt wie er ist und inklusiv denkt.
00:31:51: Das ist auch noch mal ganz wichtig, sonst kann jeder kommen so wie er ist.
00:31:57: Und das natürlich der Unterschied.
00:31:58: Der Mitarbeiter hat einen Auftrag
00:32:00: Genau, dass man da einen Soll erfüllen muss.
00:32:03: Wenn ich jetzt sage... Mein Leseklub ist jetzt vorbei und ich habe ein Nachmittag frei den Donnerstag.
00:32:11: Kann ich mich irgendwie einbinden?
00:32:13: Dann gehe ich in einer ganz anderen Freiwilligkeit dahin.
00:32:16: Ich gehe auch vielleicht dann wenn ich ein bisschen Kopfschmetzen habe trotzdem gerne hin weil ich einfach freiwillig dort bin.
00:32:23: nicht das ich sagen würde jemand der arbeiten geht unter irgendwelchen Verpflichtungen in den Muss gefangen.
00:32:29: aber Da es dann vielleicht manchmal, wenn Landar nicht so ganz immer alles rund ist.
00:32:33: Dann denkt man sich okay das mach ich tatsächlich mal pünktlich Feierabend heute.
00:32:37: Dass die Ehrenamtplatte auch irgendwie ein bisschen freier sind vielleicht?
00:32:40: Auf jeden Fall.
00:32:41: und tatsächlich haben wir ja auch so einen Leerleseklub gegründet im Café Jedermann Und da ist eine Frau dabei, die gerne liest und deswegen macht sie mit weil Sie gerne liess.
00:32:51: Und dass dann natürlich sie da auch in Ehren amt mache.
00:32:53: Ich glaube das ist hier beim zweiten Mal bewusst geworden und genauso soll es sein dass man sich da gegenseitig als Gruppe quasi, da ist es halt eine Gruppe die sich da unterstützt.
00:33:04: Dass man was weiß ich schon mal sagt auch müsste noch einen Kaffee und dann holt man ein Kaffe für den anderen.
00:33:08: aber das würde man in jeder Gruppe vielleicht auch machen.
00:33:11: also daher ist es ganz schön dass da die Frau erst beim zweiten Mal gemerkt hat okay sie ist jetzt ne Ehrenamtliche
00:33:18: Das heißt man kann Ganz natürlich so reinrutschen.
00:33:23: Oder
00:33:24: wie kommen die Angebote wahrnehmen?
00:33:26: Als möchte Ehrenamtler, wie komme ich zu euch?
00:33:29: Also ganz klar über das Altsbachteil.
00:33:33: Wir sind ja auch in der Ehrenamtsbörse vertreten.
00:33:35: da kann man mich kontaktieren.
00:33:37: aber wenn man irgendwo sieht... Da ist wieder eine Lesung im Druckluft, kann man hinkommen.
00:33:42: Das ist für alle öffentlich.
00:33:45: Es ist nicht so dass man sich da anmelden muss oder so sondern Man darf einfach hinschauen.
00:33:51: Aber Kultur ist schon im Moment dein Schwerpunkt, deiner Arbeit.
00:33:56: Ja, der
00:33:56: Kultur und auch natürlich Bildung auf jeden Fall.
00:34:00: Aber Kultur schon am meisten.
00:34:02: Ist Bildung Kultur?
00:34:03: Ist Kulturbildung?
00:34:05: Dann können wir jetzt noch mal ein neues Thema aufmachen!
00:34:08: Die Übergänge sind fließend
00:34:09: kann man so sagen...
00:34:14: Möchtest du setz dich dafür ein, dass alle an Kultur teilhaben können?
00:34:20: Alle Menschen.
00:34:20: Genau, Teil haben aber auch Teil gabe.
00:34:23: weil die Lesungen mache ich natürlich nicht alleine.
00:34:25: also ich setze mich nicht hin und lese sondern das machen Menschen mit Behinderung die lesen vor.
00:34:32: oder sie haben auch Mitspracherecht.
00:34:34: oder wir überlegen uns auch als Gruppe welches Buch lesen wir als nächstes und so
00:34:40: Sind das dann Sachen, die aus der Gruppe kommen?
00:34:42: Also wir würden gerne ins Theater gehen, ins Kino gehen, an einer Lesung teilnehmen.
00:34:46: Aber wir kommen da nicht hin und dann fängt deine Arbeit an.
00:34:49: oder wie
00:34:50: funktioniert das?
00:34:51: Nee eigentlich davor!
00:34:52: Ich glaube jetzt ist noch erst die Phase wo ich auch die Angebot setzen muss damit sie überhaupt wahrgenommen werden können weil viele Menschen in Behnung wissen das gar nicht.
00:35:01: Wir wissen nicht, was man in Oberhausen kulturell machen kann.
00:35:07: Ich glaube wenn wir nicht die Führung letztes Jahr gemacht haben in einfacher Sprache werden nur einen Bruchteil der Menschen dorthin gekommen, die wir betreuen.
00:35:17: Die waren das erste Mal in der Ludwig-Galerie Und das ist jetzt noch so die Phase, dass ich quasi deswegen ja auch dieser Kultisch, dass wir halt aufklären.
00:35:25: Dass sie sagen, das gibt es und dass uns das mal ausprobieren und guckt ihr das mal an?
00:35:30: Also da kommen auch die Kultureinrichtungen dahin und erklären was kann man denn da machen?
00:35:36: Was kann man dem Druckluft machen?
00:35:39: Das weiß nicht jeder!
00:35:41: Oder im Kino.
00:35:42: Also komme ich da rein, wie viele Plätze gibt es?
00:35:46: Was muss sich auch als Kinobetreiber oder als Verein die wir Kinokultur den Leuten mehr bringen wollen und das glaube ich schon dass ist das auch ein bisschen geändert hat also dass man inklusiv sein will aber nicht weiß wie's geht oder eben auch wenn ich nicht weiß wo Menschen sind geschädigt sind, also nicht hören können oder nicht sehen können.
00:36:13: Auch für die ist ein Kino möglich?
00:36:15: Auf jeden Fall ja!
00:36:17: Also wir haben ja interne Kinoramene gemacht und dann gab es halt einen Untertitel oder es gibt eine Gebärdendolmetscherin.
00:36:29: Bei den Lesungen haben wir immer eine Gebärdendolmetcherin, also zwei.
00:36:34: Damit auch Menschen, die nicht hören
00:36:39: Wie konsequent oder wie... Ich kann mir vorstellen, dass wenn man das nur einmal macht.
00:36:46: Dass es nicht wie in Alibi ist aber schon der Anfang ist mühsam sagen wir mal so.
00:36:53: Wie lange muss man durchhalten?
00:36:54: Wie lange hältst du durch zu sagen ihr müsst das so machen und dann habt ihr das Ergebnis?
00:36:59: Na, ich sag ja nicht.
00:37:01: Wir müssen das so machen.
00:37:02: Erst mal kommen wir als Biergruppe.
00:37:03: Das sind Experten in eigener Sache.
00:37:07: Ich glaube es ist noch mal authentischer als wenn ich jetzt sagen würde, so musst du das machen!
00:37:11: Das macht kein Mensch, wenn ich das sage... Das ist das Erste und wir beraten also wirklich eine Begehung.
00:37:18: Wir gehen in die Einrichtungen, in die Kulturveranstaltungsräume und gucken und sagen während wir das gucken sagen wir okay da wäre blöd.
00:37:27: weil.
00:37:28: Ein Beispiel, das Theater-Obausen wird er jetzt umgebaut und da haben die ja so ein Container hingestellt.
00:37:36: Und dann haben sie extra eine Rampe gebaut damit man zur Kasse kommt.
00:37:40: Alles toll!
00:37:41: Aber diese Rampe hat eine ganz kleine Hürde und zwar einen ganz kleinen Kannte.
00:37:46: mit Matten ist es so aus.
00:37:48: Diese Matte hat eine ganze kleine Erhöhung.
00:37:51: Da kommt ein Mensch im E-Rolle nicht hoch.
00:37:54: Das weiß man aber nicht Weil alle haben gedacht, wir haben doch hier eine Rampe gebaut.
00:37:58: Aber dass die Rampe zu steil ist und diese kleine Erhöhung hat, womit man mit einem E-Rolli nicht hochkommt.
00:38:04: Das weiß man nicht.
00:38:05: Und wenn man das einmal ausprobiert, dann wissen alle Menschen, dass es nicht geht.
00:38:12: Das ist ja oft immer so in den meisten Menschen machen sich Gedanken über Oldstuhlfahrer oder über Menschen, die nicht hören können oder nicht sehen können.
00:38:20: Und dann ist es vorbei.
00:38:21: Also, dann ist oft Menschen die Lernschwierigkeiten haben... Die fallen ja nicht so auf!
00:38:28: Das sieht man ja nicht.
00:38:29: und wenn sie sich nicht zu Recht finden, dann gehen die.
00:38:32: Ja also da ist dann kein Konflikt, sag ich mal in der Veranstaltung.
00:38:37: Wenn die das Stück nicht verstanden haben weil es eben den schwerer Sprache ist, dann geh'n die wieder und kommen die wieder.
00:38:44: Und der Rollstufahrer, der ist vielleicht sichtbar und dann sieht man dass er nicht die Rampe hochkommt.
00:38:49: Ja aber der Mensch mit Lernschwierigkeiten den sieht man nicht.
00:38:53: Deswegen machen wir darauf aufmerksam das eben einfache Sprache oder wie du gerade sagt es mit dem Pfeilen nie wegweiser sind zu Paaren am besten noch mit Symbolen dass man Zubole hat, wo sind die Toiletten?
00:39:06: und dann aber auch ein Pfeil dahin.
00:39:08: Weil Menschen können vielleicht nicht so gut sprechen, können nicht fragen, wo ist das?
00:39:13: Kennen sich nicht aus!
00:39:14: Und dann gehen sie wieder und kommen nie wieder.
00:39:17: Weil Sie eine Erfahrung gemacht haben, die nicht so good war.
00:39:21: Also bestimmte Teile der Gesellschaft sind nicht sichtbar?
00:39:26: Das ja sowieso oder?
00:39:27: Viele.
00:39:29: Viele sind nicht süchtbar.
00:39:31: Find ich schon klar... Man sieht ja den Menschen nicht immer alles an, was sie so mit sich tragen.
00:39:39: So dann hast du da jetzt eine Piergruppe die neugierig sind und die Sachen ausprobieren wollen?
00:39:45: Die brauchen aber Unterstützung von ihren Amtlern.
00:39:51: Auf jeden Fall!
00:39:52: Und kein Mensch geht auch alleine irgendwo hin.
00:39:56: Nö... man gilt meistens zu zweit oder zu dritt.
00:40:00: Ja und dafür braucht man dir auch das man einfach überhaupt.
00:40:04: Ja, Lust hat ja um hinzugehen.
00:40:06: Und das ist auch schon im Moment ein Schwerpunkt deiner Arbeit?
00:40:10: Ja,
00:40:11: möglichst da so ...
00:40:12: Erzähl mal!
00:40:13: Erzähl mal, hab ich doch schon ganz viel.
00:40:16: Ich habe da schon alle Sachen quasi aufgezählt was wir machen.
00:40:20: Also wie gesagt es war mal ... Wir waren im Theater dann haben wir uns das Stück angeguckt.
00:40:25: Ich meinte jetzt gar nicht so sehr die Kulturellen sondern wie das praktisch funktioniert.
00:40:29: also ich rufe dich an und sag ich habe Lust auf ein Ehrenamt und ich gehe gerne ins Theater.
00:40:35: Wie kommen wir da zusammen?
00:40:36: Ja, genau.
00:40:38: Es ist meistens telefonisch, rufen die Leute an und sagen, ich habe gelesen, lass uns das machen Sie, ich würde gerne mitmachen.
00:40:45: Dann sage ich okay, dann lass uns kennenlernen, treffen wir uns und unterhalten wir uns.
00:40:50: Dann frage ich immer nach was welche Interessen da sind wozu sie Lust haben zählt alle Angebote auf die es möglich gibt.
00:40:57: dann sage ich, dass das nie verpflichtend ist.
00:41:00: Dass es immer freiwillig ist und auch nicht jede Woche.
00:41:04: Meine Ehrenamtliche Tätigkeiten sind natürlich an eine Woche oder so aber bei mir ist das ja ganz flexibel.
00:41:10: man kann hier einfach sagen Ich lern jetzt einen Menschen kennen und mit dem würde ich was machen.
00:41:15: Das gibt's auch, wir haben zwei, drei die immer mit demselben was machen oder manchmal nur spazieren gehen.
00:41:22: Das ist noch aus der Corona-Zeit wo man nichts machen konnte aber da kann man ja belassen.
00:41:26: Schönes einmal eine Woche, zweimal mal im Monat wie auch immer das ist total egal.
00:41:32: Die verabreden sich dann und gehen spazierend.
00:41:37: je nachdem, welche Interessen der Ehrenamtliche hat.
00:41:39: Ob er jetzt gerne liest oder ins Theater geht ... Oder ins Kino oder was auch.
00:41:44: Manche sagen mir ist alles recht und ich möchte einfach nur raus machen.
00:41:49: Dann kommen die in meinen Verteiler quasi.
00:41:52: Und dann können sie sich aussuchen, wo sie gerne hingehen möchten.
00:41:56: Aber wie gesagt wir haben einen ehrenamtlichen, der denjenigen anruft und sagt, ich hab gesehen da gibt's wieder eine Ausstellung, lass uns mal hinfahren.
00:42:06: Aber es gibt halt auch viele, die noch Begleitung brauchen.
00:42:08: Die haben gerade auch am Anfang keiner was alleine.
00:42:11: Ich bin da immer mit dabei und wir machen das immer gemeinsam und irgendwann entwickelt sich das dann.
00:42:17: Und dann können sie einfach dazu kommen.
00:42:19: Wichtig ist noch weil wir ja mit Menschen arbeiten dass hier dann noch ein erweitendes Führungszeugnis und die werden auch als Mitarbeiter quasi bei uns geführt als Ehrenamtliche so dass sie halt auch unfallversichert sind und so.
00:42:31: Also das ist ganz ungezwungen, die sagen eigentlich was sie möchten.
00:42:37: Das ist gar nicht so dass ich jetzt sage, das brauchen wir jetzt oder so.
00:42:41: Wir suchen natürlich immer für unsere Tanztheatergruppe jemanden da mitzumachen und wieder ein Stück zu entwickeln.
00:42:48: Oder im Leerleseklub, das ist schon dann so, dass es dann einmal im Monat stattfindet.
00:42:52: Das wäre natürlich schön wenn man da halt mit.
00:42:54: oder ja wie gesagt, wir machen auch einen Podcast.
00:42:57: Das findet auch einmal im monat statt.
00:42:59: Da sind auch Ehrenamtliche dabei, die das mitmachen Und die machen, beantworten die Fragen genauso wie alle anderen auch.
00:43:07: Das ist also kein Unterschied.
00:43:09: Du könntest einfach ein Lebel draufkleben gegen Einsamkeit oder?
00:43:13: Ja definitiv!
00:43:14: Also gegen Vereinsamung... Auf beiden Seiten
00:43:16: gegen Einsammkeit neue Leute kennenlernen Einfach mal wieder was machen Was Schönes erleben Freude haben.
00:43:25: Zwischendurch hat das so erwähnt dass die Begleitperson sogar etwas jünger sein Ist jetzt ein bisschen entgegend im Ehrenamt am Klischee?
00:43:35: Das hat immer nur die Rentner in uns sind.
00:43:37: Nein, das ist ganz unterschiedlich.
00:43:39: Ganz noch mal ein paar Bufdies, die gesagt haben kommen ich hab aber Bock mit denen die Disco zu gehen und dann sind sie zusammen mit jemandem tanzen gegangen.
00:43:48: Also da ist es ganz unterschiedlicher.
00:43:49: Die meisten haben natürlich über sechzig mehr Zeit.
00:43:52: Das muss man einfach so sehen.
00:43:53: Aber dadurch dass er ja immer nur am Wochenende stattfindet oder abends gar nicht mor... also ich habe keinen Ehrenamten morgens, das gibt's ja kaum.
00:44:02: Daher können das alle machen, sogar Berufstätige.
00:44:05: Aber ihr habt tatsächlich auch die jüngeren Generationen vertreten als Begleitperson oder als ehrenamtliche Person?
00:44:11: Im Moment
00:44:11: grad nicht, aber wir hatten schon.
00:44:14: Also da gerne auch jüngere Menschen ... Weil das natürlich toll ist, wenn man ein Alter ist und dann gemeinsam was machen kann, weil ich ja nicht nur über sechzigjährige Menschen habe, die ich begleite, sondern auch Jüngerer.
00:44:27: Das ist eigentlich total egal.
00:44:29: Hauptsache Man hat Lust!
00:44:31: Demnächst gehen wir wieder zum Benzuckerkonzert, da haben auch jüngere Lust und ältere.
00:44:37: Oder bei Leine Witschel waren wir auch mal ... Das ist so ... je nachdem was man lust hat und wenn man sagt, das kann ich gar nicht antun, dann geht man halt nicht dahin.
00:44:47: Daher, das ist egal welches Alter!
00:44:50: Jetzt seid ihr ja nicht nur begleitpersonen sondern ihr macht eigene Veranstaltungen.
00:44:53: Gibt es einen Unterschied wie dass bei behinderten Menschen irgendwie angenommen wird?
00:44:58: Also angenommen werden jemand aus den eigenen Reihen ist, der da gerade auf der Bühne steht und vorliest.
00:45:04: Dass das dann wieder diese gut gemeinten normalen Menschen, sage ich mal in Anführungsstrichen... Gerade auch wenn ich nach Rampensuche, dass es natürlich einfach in meiner Position zu sagen hier muss man das und das gemacht werden, ist aber vielleicht gar nicht angebracht, ist gar nicht notwendig für jemanden, der eine Beeinträchtigung hat.
00:45:26: Dass man's vielleicht schon wieder zu gut meint eigentlich als Nichts ...behinderte Mensch, dass die sich untereinander irgendwie wieder besser so verstanden fühlen.
00:45:38: Einfach Komfortzone...
00:45:40: Also die Veranstaltung, die ich mache, wo wir quasi der Ausrichter sind, da sind Menschen mit Behinderung bei.
00:45:46: Da bin ich eigentlich immer nur die... die Organisatorin.
00:45:49: Also ich gucke immer, dass sie Gruppe zusammenhält, sich einigen und sich treffen.
00:45:56: Natürlich sage ich mal, welches Buch lesen wir denn oder so.
00:45:59: Da bin ich gar nicht diejenige, die da vorne steht.
00:46:02: Ich begrüße auch, weil bis jetzt haben wir noch keinen gefunden der das übernehmen möchte.
00:46:06: Dann ist das okay, dann mache ich das.
00:46:08: aber grundsätzlich ist es so, dass man mit Behinderung machen will.
00:46:11: Wir machen keine Veranstaltung wo ich davor stehe sondern eigentlich eher im Hintergrund.
00:46:18: Aber meinst du, das macht einen Unterschied?
00:46:19: Dass die Betreffende dann einfach selber aus den Reihen das dann auch so machen.
00:46:25: jemand, der sich traut auf die Bühne zu gehen und zu lesen.
00:46:27: Dass das anders wahrgenommen wird?
00:46:30: Das weiß ich nicht!
00:46:31: Weil ich bin ja auf der Büh ne.
00:46:32: Jetzt kann ich ja
00:46:33: nicht beurteilen... Ich dachte
00:46:34: vielleicht,
00:46:35: dass man sich freut.
00:46:36: Der sitzt ja auch im Rollstuhl und macht das einfach so.
00:46:39: Und dass das eine Motivation für Gleichgesinnte ist.
00:46:43: Ich trau mich auch, wenn ich beeinträchtigt bin.
00:46:45: Das auf jeden Fall.
00:46:46: Also ich glaube am Anfang jetzt nicht mehr ganz so schlimm.
00:46:49: aber am Anfang war es schon so, dass viele gesagt haben, ah die Barbara macht das dann komme ich mit Ja, also das ist personenabhängig erstmal.
00:46:57: Aber mittlerweile haben wir viele die jetzt das alleine was machen ohne mich und es doch gut so darum geht's ja.
00:47:03: Also eigentlich möchte ich mich da ganz irgendwann raus.
00:47:06: eigentlich soll das ganz normal so laufen wenn mir das Wort jetzt mal normal benutzen dürfen einfach dass es dann irgendwann so ist dass ich gar nicht mehr gebraucht werde.
00:47:15: Eigentlich ist das das Ziel.
00:47:16: Ich möchte gar nicht davor auf der Bühne stehen sondern ich bin nur die Organisatorin.
00:47:23: Fehlt denn hier in Oberhausen noch viel an Inklusivität, gerade diese Barrierefreiheit die für uns gar nicht mehr so sichtbar ist ob sie vorhanden ist oder nicht?
00:47:35: Das kann man super schal nicht beantworten.
00:47:37: Also ich glaube, gerade auch durch dieses Netzwerk was es grad gibt von das für das inklusive Kulturleben sind da schon viele bereit jetzt zu sagen okay ich möchte jetzt auch mal barrierefrei sein Ich möchte einfach mal hören welche Bedarfe sind denn da überhaupt?
00:47:52: Und da geht's eben nie nur um die Rampe damit man halt die Treppe überwinden kann sondern gibt ja ganz viele andere Dinge.
00:47:59: aber es gibt aber auch Die Inhalte müssen noch mal, da denkt noch keiner nach.
00:48:04: Natürlich soll es auch immer noch weiterhin Stücke geben die vielleicht etwas schwieriger zu verstehen sind aber es muss auch andere geben.
00:48:11: Es muss auch Stücke gehen die leichter verstehen können.
00:48:14: Aber das ist meine Betonung nicht, jetzt dann gleich zum Schlager überzugehen und gleich zu sagen ja die Menschen mit Behinderungen mögen ja total gerne Schlager- und Musik.
00:48:25: Das ist noch so ein bisschen in die Richtung geht es immer noch.
00:48:27: also wir haben tatsächlich am Anfang Romeo und Julia gelesen weil ich gesagt habe hey man muss doch auch mal mitreden können jeder kennt im Prinzip die Geschichte von Romeo und Julia Menschen mit Behinderungen nicht oder oft nicht Ja, und deswegen haben wir gesagt ja dann lesen wir das jetzt mal damit man mit allen Menschen das mal kennenlernen.
00:48:47: Und so machen wir das halt bis jetzt immer.
00:48:49: Wir haben hier im Jahr fournachtzig gelesen ganz aktuelles Buch.
00:48:53: Ja auch mit solchen Themen beschäftigen sich Menschen mit Behinderung und das ist noch nicht so im Kopf.
00:48:58: also dass es noch immer so ja wir machen Party, wir haben den Schlager und Menschen mit Behinderungen mögen sowas.
00:49:07: Das weiß ich doch gar nicht.
00:49:07: Ich kann schon gar nicht beurteilen, deswegen muss ich mal gucken, dass wir alles ausprobieren und nicht nur die Schlagerparty... Also nix gegen Schlagerpartys ist ja super!
00:49:16: Wenn jemand Lust hat, dann soll man das machen aber was anderes ausprobiert macht auch jeder Mal.
00:49:22: Ich bin mir auch sicher, dass nicht alle Gymnasiasten unter den Vier-Nacht sich gelesen haben.
00:49:26: Tatsächlich glaube ich auch nicht und die verstehen noch nicht den Inhalt.
00:49:30: Die denken immer nur auf ... Da geht's um die Überwachung!
00:49:34: Nie da geht es um mehr, da gehts um Willenbrechen, da gibt's um Gleichmachen... Und da geht's auch um Lügen.
00:49:41: also ganz wichtig sind Lügen.
00:49:43: das was jetzt aktuell auch gerade passiert Dass Menschen ja belogen werden und das für echt verkaufen Und das passiert gerade wieder.
00:49:52: Das ist ein Thema, dass beschäftigt auch Menschen mit Behinderung.
00:49:56: Da ist jeder betroffen im Prinzip und jeder denkt darüber nach was passiert da gerade.
00:50:03: Merkst du eine Entwicklung bei den Menschen die bei euch Ehrenamt ausüben?
00:50:11: Dass sie am Anfang vielleicht ein bisschen naiv rangehen oder neugierig.
00:50:16: Was kommt da zurück?
00:50:17: Was kriegst du damit?
00:50:19: wie so eine Entwicklung auch vom Ehrenamt ist.
00:50:23: Ich glaube, das ist ja nicht nur ein Geben.
00:50:25: Also ich opfere meine Zeit – es für mich auch nicht das richtige Wording.
00:50:32: Nein!
00:50:32: Auf gar keinen Fall.
00:50:33: also die Opfer nicht ihre Zeit.
00:50:35: Sie haben ja beide was davon... alleine würde man vielleicht nie irgendwo hingehen.
00:50:39: und dadurch, dass wir da quasi matchen, so würde ich das jetzt mal nennen.
00:50:43: Wir vermitteln ja miteinander irgendwas zu machen.
00:50:47: Dadurch glaube ich haben beide Seiten was und es ist auch wirklich so, dass am Anfang noch immer diese Haltung der meisten noch ist.
00:50:55: aber ich muss da möglichst viel unterstützen und machen und irgendwann merken die meisten ne brauche gar nicht sondern es geht ja um den Inhalt.
00:51:03: Es geht ja darum ,dass wir beide zusammen hier etwas machen können.
00:51:08: Die Entwicklung ist bei allen so.
00:51:11: Auch jetzt habe ich gerade eine Ehrenamtliche, die fragt ganz viel wie nennt man euch denn?
00:51:17: Wie kann man das dann machen?
00:51:18: und ganz viel Verunsicherung?
00:51:20: Und tatsächlich ist es wichtig einfach mal zu machen gar nicht mehr darüber nachzudenken sondern beim tun entwickelt sich was.
00:51:29: Am Anfang vom Zivilinstwarch hatte ich auch immer Sorge, übergriffig zu sein.
00:51:34: Genauso wie ich das bei meinem Sohn gemacht habe, wie viel muss ich unterstützen und wieviel nehme ich ihm ab?
00:51:41: Will aber nicht dass er faul wird!
00:51:44: Ja ja, da gibt es wieder ein Kniegetipp und zwar heißt der frag denjenigen ob er die Unterstützung möchte oder nicht.
00:51:55: Also, das ist ja ganz wichtig.
00:51:57: Das hat ja auch was mit Selbstbestimmung zu tun.
00:52:00: und ganz ehrlich viele Menschen mit Behinderung oder die gerade jetzt auch körperlich eingeschränkt sind, die wissen dass sie das sagen müssen.
00:52:06: Die wissen, dass sie sagen müssen immer helfen wir da mal, mach mal so, machen wir hier damit Sie das tun können, was Sie tun möchten?
00:52:15: Und da ist es so beidseitig.
00:52:17: der eine lernt dann okay ich brauche gar nicht einfach machen sondern ich frag erst einmal Und ich unterhalte mich mit dem, was brauchst du denn jetzt?
00:52:25: Oder ich sehe ... Das geht grad nicht.
00:52:28: Soll ich dir die Tür aufhalten?
00:52:29: Also das ist immer der beste Beispiel.
00:52:30: und manche sagen dann ne lass mal, ich kann da alleine auch wenn es vielleicht grad komisch aussieht aber das is so.
00:52:35: Und manche sind froh und sagen oh super danke dass du mir die Tür auffällst zum Beispiel.
00:52:41: Ja also miteinander reden!
00:52:42: Ist ja auch einfach, ne?
00:52:44: Ist das jetzt höflich oder nicht?
00:52:46: Doch natürlich!
00:52:46: Wenn ich frage soll ich dir diese Tür auf halten bevor ich es mache?
00:52:50: Manchmal mach' ich das einfach weil ich seh Irgendwie, da kommt nach mir jemand.
00:52:55: Da halte ich durch die Tür
00:52:56: auf.".
00:52:56: Ja das ist ja wieder was anderes!
00:52:58: Das macht man klar und dann hält man für jemand Anderes die Tür aus.
00:53:02: Und manchmal sagt er auch Danke.
00:53:06: Also ja...das ist der normale Alltag oder?
00:53:11: Für dich glaube ich.
00:53:12: Du bist da unglaublich.
00:53:14: natürlich selbstverständlich finden Sie weitere Wörter.
00:53:19: Damit um, wo ich dann immer vielleicht zu zaghaft bin oder mir selber Barrierenaufbau, wo eigentlich du sagst da sind überhaupt
00:53:28: keine?
00:53:29: Ja also ich glaube dass die Barriere dann schon bei einem selber dann sind.
00:53:33: auf jeden Fall und ich finde wenn man respektvoll mit Menschen umgeht dann kann man viele Barrieren auch zur Seite schieben.
00:53:41: Und die Angst, das mache ich ja diese Werkstatt auch, weil ich sage, man muss sich da mal drüber unterhalten und darüber nachdenken aber nicht zu viel.
00:53:50: Weil wenn ich zu viel, dann bin ich zu unsicher.
00:53:53: Warum bin ich unsicher?
00:53:54: Wenn ein Mensch mit einem Rollstuhl sitzt, warum bin ich unsicher?
00:53:57: Das frage ich mich oft.
00:53:59: Das ist doch ein Mensch!
00:54:00: Und wenn ich ihn kennenlernen möchte, dann lerne ich den kennen und wenn ich das nicht möchte, lasse ich es.
00:54:04: Also da muss man glaub ich auch hingehen.
00:54:06: Man muss nicht immer denken, ich muss jetzt mit einem Menschen im Rollstuhl anders umgehen als mit einem anderen Menschen der nicht im Rollestuhl sitzt.
00:54:14: Das ist doch gleich!
00:54:16: Es geht doch darum den Menschen.
00:54:18: Das meine ich mit Behinderung ist nur ein Merkmal und wenn dann halt die Schwierigkeit ist dass die Tür nicht aufgeht weil sie jetzt keine Automatik hat und dann kann man doch fragen was soll ich dir die Tür aufhalten?
00:54:30: Dann kann man das machen.
00:54:31: Im Urlaub hat bestimmt jeder schon mal gemerkt, dass er die Landessprache nicht ganz so gut beherrscht und sich da auch irgendwie durchmauscheln muss mit Händen und Füßen oder anders reden.
00:54:45: Ja auf jeden Fall!
00:54:46: Und für Menschen mit Lärtscherigkeiten ist das ja oft so.
00:54:48: So ist die Welt ja immer.
00:54:50: Ich verstehe nicht alles.
00:54:52: Wenn man da behilflich sein kann indem man einfach nur irgendwelche Zeichen irgendwo hin macht wo man sagt okay habe ich zumindest eine Orientierung?
00:55:00: Ich weiß jetzt wo ich hin muss
00:55:03: Aber das fällt so in eine Einrichtung oder dir nicht automatisch in den Schoß.
00:55:07: Du musst schon dafür kämpfen, dafür...
00:55:10: Ja immer darauf aufmerksam machen!
00:55:12: Also ich würde es nicht kämpfen nennen.
00:55:13: Ich würde sagen aufmerksam machen und immer wieder darüber sprechen.
00:55:16: Das würde ich so sagen.
00:55:17: Und ich hatte halt das Glück dass ich mit sechzehn ganz naiv da in diesen Kindergarten gekommen bin.
00:55:23: Wo sich ganz ehrlich sage ich habe mir da überhaupt keine Gedanken gemacht Was passiert jetzt hier?
00:55:27: oder wie muss ich das jetzt machen?
00:55:29: So und ich habe einfach gemacht.
00:55:30: Also man tatsächlich ist meine erste Handlung gewesen, dass sich ein Junge quasi aus dem Bus angenommen habe und habe den auf eine Matte gesetzt.
00:55:39: Und dabei ist er umgefallen und hat sofort angefangen zu weinen!
00:55:42: Ja der hatte halt Muskel-Dystrophie, da konnte gar nicht sitzen, aber es wusste ich doch gar nicht.
00:55:46: Aber deswegen war ich ja dann.
00:55:48: natürlich hab ich den dann getröst.
00:55:50: Das ist mir auch kein zweites Mal passiert.
00:55:52: Dann wusste ich es ja auch, aber ... Es ist doch nicht schlimm!
00:55:55: Klar hat sich jetzt auch nicht schwer verletzt und wenn er sich jetzt schwer verlettet hätte dann wäre's schlimm gewesen.
00:55:59: Aber der ist einfach nur in Kissen gefallen.
00:56:01: Er hat da durchgeweint weil das war auch sein erster Tag Und dann mach' ich sowas Ja?
00:56:05: Aber das ist doch menschlich Das ist doch so, lernt man sich kennen und ich wusste danach okay das geht so nicht.
00:56:13: Der kann so nicht sitzen ja und wenn man da so ich sag mal naiv oder ohne jetzt weiß wie drüber nachzudenken dann passieren einem vielleicht mal Sachen aber dann lernt Man draus.
00:56:25: Ist doch auch ok oder?
00:56:26: Jeder muss lernen im Umgang mit Menschen
00:56:30: Auf jeden Fall.
00:56:30: Ich finde aber auch, wenn man ja auch ein Handicap hat, man geht auch anders mit einem Humor nach draußen und ich denke es wird bestimmt auch sehr lustig einfach sein mit solchen Menschen zu arbeiten weil die sicher auch nicht ganz ernst nehmen können wahrscheinlich also so wie jeder normale Mensch auch.
00:56:46: Wenn ich das fünfte Mal den Türrahmen knutsche, weil ich die Hüfte nicht richtig mitnehme dann riege mich natürlich über den Türramen auf der sich einfach mir in den Weg stellt.
00:56:56: Natürlich bin ich nicht der Fehler Solche alltäglichen Dinge.
00:57:01: Also ich habe einen Bekannten, der war für mich sehr neu weil er hat glaube ich noch Nachwirkungen von Kontaganbehandlungen von der Mutter.
00:57:11: Das heißt, der hat halt... Ich kann ihm wenn ich ihn zum ersten Mal begegne nicht Wie gewohnt jemanden die Hand geben.
00:57:21: Und da war schon der erste Moment, wo ich die doofe Frage gestellt habe wie mache ich das jetzt hier?
00:57:26: Muss ich kommen?
00:57:27: muss er kommen?
00:57:29: weil der Griff ist ja ein ganz anderer Lustig ist halt.
00:57:32: eben nur, für den ist das völlig okay, dass man den T-Rex nennt tatsächlich.
00:57:35: Also das ist eine ganz normale Begrifflichkeit... Ja dann
00:57:39: hat er das aber für sich entschieden!
00:57:41: Aber so will nicht alle!
00:57:42: Nein genau!
00:57:43: Da zum Beispiel sag ich immer geben die Hand.
00:57:46: jeder Mensch mit Behinderung möchte Genauso behandelt werden wir Andel, anderen auch.
00:57:50: Und wenn man dann quasi die Hand weiter weg ist als jetzt bei jemanden der keine Kontagonbehinderung hat oder kontagangeschädigt ist, dann macht man es halt anders.
00:58:01: aber man möchte auch die Hand geben und das Gleiche gilt mit auf Wiedersehen.
00:58:06: Auch blinde Menschen möchten diese Floskel sagen und auch hören auf Wiedersehen, auch wenn sie's nicht können.
00:58:12: Stimmt!
00:58:14: Das ist ein Alltag, da hab ich nie darüber nachgedankt.
00:58:17: Weil man auf Wiedersehen buchstäblich funktioniert das nicht bei Sehbehindern.
00:58:21: Es gibt aber auch ein paar Rollstuhlfahrer, wenn man sagt, geht doch mal drüber ... Dann sagen die, ne, ich kann nur rollen, ich roll dann mal.
00:58:27: Aber manche sagen nee, das ist glöd!
00:58:29: Ich find's auch komisch zu sagen, roll doch mal jetzt über die Straße.
00:58:33: Da würde ich mich auch diskriminiert fühlen.
00:58:36: Wenn ich das so hören möchte, sage ich das wieder.
00:58:39: Also das is ja der Unterschied.
00:58:40: also... gehen sagen, weil der ja nicht gehen kann.
00:58:46: Nee das ist was wir sagen!
00:58:48: Wir sagen wir gehen dahin.
00:58:49: auch wenn ich vielleicht mit dem Auto fahre sage ich auch ich gehe da hin.
00:58:52: also dass es ja etwas ganz alltägliches sagt jeder und so möchten das Menschen oft auch.
00:58:57: und wenn Menschen das nicht so mögen dann sagen die das nur ich kann nur rollen ich roll jetzt.
00:59:01: dahin habe ich gestern noch im Tatort gesehen oder vorgestern oder so weiß ich gar nicht mehr da war es auch eine Frau im Rollstuhl.
00:59:07: sie hat dann gesagt ne ich kann doch ich rolle da nur gehen geht ja nicht und dann ist das doch legitim nicht peinlich sein.
00:59:13: Dann kann ich sagen, ja stimmt, hast du auch wieder recht?
00:59:17: Das ist schon sehr humorbehaft.
00:59:19: Aber das kann man auch nicht poschalisieren.
00:59:21: Nein,
00:59:21: das ist doch einfach ein normaler Alltag!
00:59:24: Die auch sauer darüber sind dass sie nicht gehen können also dann sind die natürlich auch nicht mehr so nett und freundlich passiert auch.
00:59:31: Also auch Menschen mit Behinderung können einfach mal doof sein oder unfreundlich oder aggressiv oder was auch immer.
00:59:39: Da ist Vielfalt Wo, wie die Menschheit so ist.
00:59:43: So ist das auch bei Menschen mit einer Behinderung?
00:59:47: Glaubt ihr denn, wenn wir da anknüpfen haben wir noch viel Diskriminierung im Alltag?
00:59:52: Definitiv ja.
00:59:54: Viel auch mit ... Ja, die leisten nix.
00:59:57: Also was sollen die denn... Die sind dann auch auf Grundsicherung angewiesen.
01:00:02: Dann soll ich das auch noch bezahlen und dann weghaben sie auch noch dass es da keine Rampe gibt.
01:00:05: Und ähm das ist doch also schon noch her.
01:00:09: Und auch ehm die Behinderten Ja, werden auch als Gruppe immer nur gesehen und nicht als einzelner Mensch.
01:00:16: Ich glaube die wenigsten Menschen versuchen einen einzelnen Menschen kennenzulernen.
01:00:20: Sondern immer DIE Gruppe!
01:00:22: Deswegen versuche ich ja möglichst nicht als Grupp aufzutreten sondern das in einem Tandem zu machen.
01:00:30: Weil die Gruppe ist nicht die Grupe, sie haben ein Merkmalbehinderung Das war's... Die Blonden sind auch nicht alle gleich und wollen auch nicht gleich behandelt werden.
01:00:41: oder die Brillenträger.
01:00:42: Da ist auch jeder
01:00:43: individuell.".
01:00:44: Du magst keine Schubladen,
01:00:45: ne?
01:00:46: Nee überhaupt nicht!
01:00:47: Hier beim Computer da ist das okay, da hab ich das mal so gelernt als es ... Ich bin ja tatsächlich noch ohne Computer groß geworden und ich musste ja irgendwie Computer verstehen Und da war wirklich mal jemand der mir das so erklärt hatte.
01:00:59: man denkt dass so wie Schublade Die ganzen Dateien sind Schubladen und dann sind da was drin und so.
01:01:05: da ist es ok.
01:01:07: aber sonst mag ich keine Schupladen Weil eigentlich muss man sie mal teilen, oder?
01:01:12: Wenn man in einer Schublade wäre, dann könnte man wahrscheinlich morgen wieder eine andere gehen müssen.
01:01:17: Also anstrengend brauchen wir nicht die Schubladen!
01:01:21: Ja das ist ja das Ordnungsdenken und das ist auch normal.
01:01:24: also jeder Mensch möchte gerne seine Ordnung haben, möchte die Welt verstehen.
01:01:28: aber Menschen mit Behinderung wollen das auch.
01:01:30: Die wollen auch ihre Welt verstehen und wir müssen sie nur lassen.
01:01:34: Wie viel Unterstützung, wie viele Verständnis findest du bei den Kulturinstituten hier in Oberhausen?
01:01:41: Wo es auch um ganz Banale kommt ja umsonst rein.
01:01:45: Kommt die Begleitung umsonsten
01:01:47: rein oder... Genau.
01:01:48: also das muss man auch unterscheiden.
01:01:49: Also ich finde nicht dass ein Mensch mit Behinderung umsonste rein gehen muss weil das ist ja alle anderen müssen auch bezahlen.
01:01:55: Das da vielleicht ein reduzierter Beitrag finde ich in Ordnung weil die Menschen mit Behnderungen leider oft kein Einkommen haben.
01:02:01: Da finde quasi wenig Einkommen haben, einen reduzierten Beitrag geben.
01:02:07: Das finde ich für alle Menschen wichtig.
01:02:10: aber ich finde ganz genau die Begleitung muss frei sein weil sie muss ja mitgehen, weil der Mensch mit Behinderung da sonst nicht hinkommt oder da nicht dran teilnehmen kann.
01:02:19: und deswegen finde ich die Bekleidung aber der Mensch bei Behinderungen warum soll er nicht seinen Ticket bezahlen?
01:02:24: das finde ich ist Inklusion weil das alle machen müssen.
01:02:29: Das war auch jetzt eher die Frage Richtung Ehrenamt, also muss ich auch noch Geld mitmachen?
01:02:33: Nein!
01:02:33: Auf gar keinen Fall.
01:02:35: Also selbst die Fahrtkosten erstatten wir.
01:02:38: Wenn Fahrt kosten entstehen dann erstatten wird die Fahrtskosten.
01:02:42: aber auf gar kein Fall muss ein Mensch bei uns quasi Eintritte bezahlen.
01:02:49: Die sind umsonst.
01:02:50: Das ist ja das Win-Win.
01:02:52: Ich komme dann umsonsten ins Theater Weil ich ein Mensch mit Hindernung begleite.
01:02:58: Das ist ja nicht nur die Sinnfindungen im persönlichen Sinne, sondern man wird ja tatsächlich fast entlohnt.
01:03:04: Ich kann auf Veranstaltungen teilnehmen, wo ich sonst keinen Zugang zu vorher gehabt habe.
01:03:09: Wahrscheinlich wird auch nicht jedes Theaterstück eine direkte freiwillige Wahl sein, sondern lass uns einen schönen Abend machen und wir gucken dann was das am Ende mit jemandem gemacht hat.
01:03:19: Dann hat man natürlich eine gemeinsame Erfahrung gesammelt.
01:03:23: Das ist ja natürlich auch etwas, was man als Ehrenamtlicher nach Hause nehmen kann.
01:03:27: Nicht nur die Menschlichkeit sondern halt eben auch ein bisschen Kultur und Wissen
01:03:32: auf jeden Fall!
01:03:33: Also wir haben ja Overtörium Deutschland geguckt und das war echt cool weil viele kannten gar keine Gastarbeiter mehr, was das ist.
01:03:41: also da haben wir tatsächlich im Nachhinein darüber gesprochen was es ist und das ist doch cool wenn Leute da in so einen Stück gehen Arbeiter wissen das.
01:03:52: Das haben die ja nicht erlebt, jüngere Menschen oder manche, die vielleicht gar nicht so im Ruhrgebiet groß geworden sind gibt es hier auch.
01:03:59: und dann plötzlich kommt das Thema auf was sind den Gastarbeiter?
01:04:04: Und das ist doch toll wenn man da hinterher rausgeht und sagt Jo ich weiß was Gastarbeiter sind!
01:04:10: geschrieben hier in Deutschland.
01:04:12: Also das sind keine türkischen oder spanischen oder italienische Lieder, sondern das sind wirklich Lieder gewesen von Gastarbeitern die hier in deutschland leben und Musik gemacht haben.
01:04:24: Und dann kommt man doch schön reichert nach Hause!
01:04:29: Du hast es durch viele kleine Sätze schon gesagt.
01:04:32: aber was wünschst du dir sozusagen?
01:04:37: Von Leuten Menschen die zu euch kommen, euch unterstützen wollen oder auch in Oberhausen.
01:04:49: Bist du zufrieden?
01:04:52: Zufrieden kann man nie sein, oder?
01:04:54: Das ist ja auch mein Motor.
01:04:55: Nicht zufrieden zu sein, damit ich was ändern kann!
01:04:58: Doch grundsätzlich bin ich schon zufriedend und ich glaube auch dass es in Oberhausen immer offene Ohren gibt also das man schon gehört wird.
01:05:06: aber wie du auch vorhin sagtest Ja es kann sich nicht immer alles so verändern wie ich das gerne haben möchte.
01:05:12: Aber da bin ich auch sehr geduldig Wie gesagt, also ich konnte auch noch ein bisschen warten Und auch immer wieder nochmal nachfragen oder nochmal reinbohren Ja, oder selber noch mal was machen.
01:05:23: Also die Lesungen glaube ich haben wir gemacht damit für einfach zu zeigen ja auch wir können was auch wir haben der Talente und die möchte man jetzt mal zeigen da müssen wir eine Bühne verhaben für diese Talente.
01:05:33: Und das ist also eigentlich soll möchte ich, dass alle Spaß haben.
01:05:38: oder Spaß hört sich mal so negativ eigentlich an.
01:05:41: Aber nee!
01:05:42: Es soll Freude bringen es soll Spaß machen das soll ja.
01:05:45: ich muss ein Gefühl davon haben.
01:05:46: Ich habe da jetzt auch teilgenommen und ich bin nicht nur jemand der
01:05:52: Teil
01:05:52: nehmen darf oder auf wohlwollend andere angewiesen ist sondern ich bin da ganz... Ja ich bin ein Teil unserer Oberhausener Gesellschaft, Bevölkerung, Bürgerschaft.
01:06:04: Ich gehöre dazu als Mensch mit Behinderung oder auch nicht.
01:06:07: Ich bin dabei und ich bin wertvoll.
01:06:11: Das war eine schöne Werbung!
01:06:13: Und ein tolles Schlusswort?
01:06:15: Ja
01:06:16: auf jeden Fall.
01:06:17: Nein also ich hab auch nix gegen Hilfe.
01:06:19: Es ist vollkommen so lange die nicht übergriffig ist, die Hilfe.
01:06:22: Solange der andere die Hilfe will oder auch einfordert dann ist Hilfe super.
01:06:28: um eine Hilfe kommt kein Mensch durchs Leben
01:06:30: Weil die menschliche Hilfe.
01:06:31: Also Google hilft mir auch mal ganz gerne, aber das vergesse ich dann auch wieder.
01:06:37: Ja weil ich weder Google fragen kann.
01:06:40: Freu' ich mich also nicht merken.
01:06:41: Genau!
01:06:43: Ich wär so weit... ...ich würd mich jedenfalls sehr bedanken zumindest schonmal.
01:06:47: Ja gerne.
01:06:48: Barbara Klingels bei Volker auch?
01:06:52: Bei Sophia und Barbara.
01:06:54: Danke.
01:06:55: Gerne
01:06:56: Und dann hören wir uns beim nächsten
01:06:57: Mal.
01:06:58: Das war's.
01:06:59: Danke
01:07:00: Ich hab zu danken.
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